In meinem Job achte ich immer darauf, die Erwartungen von Personalentscheidern mit den Fähigkeiten der Assistenzen abzugleichen. Dass ich selbst im Laufe meiner Karriere auch stark und belastbar sein musste, kommt mir dabei zugute.
Darum geht‘s in diesem Beitrag
- Ein unerwarteter Anfang
- Die ersten Schritte – Learning by Doing
- Was mich getragen hat
- Die Kunst, mit „Neins“ umzugehen
- Vom Imposter-Syndrom zur Selbstsicherheit
- Die Kraft von Kooperationen und Netzwerken
- Warum ich die Selbstständigkeit liebe
- Mein größter Antrieb: Menschen verbinden
Was ich als Personalberaterin lernen durfte
Ich bin selbstständige Personalberaterin, und das seit 20 Jahren. Executive Assistants und andere Office Professionals mit Geschäftsführern und Unternehmern zusammenbringen ist meine Expertise, darin bin ich gut. Aber mein beruflicher Weg war nie einer ohne Stolpersteine und Umwege. Gerade die Gründung und Entwicklung meiner eigenen Personalberatung war weder geradlinig noch einfach. Haben mich diese Herausforderungen zu der Beraterin gemacht, die ich heute bin? Ich denke schon.
Ein unerwarteter Start
Angefangen hat alles in einer Zeit, die privat herausfordernd war und in der ich mich neu aufstellen musste. Ich stand vor der Frage: Wie soll’s beruflich weitergehen, was ist mein Weg? Ich war bereits selbstständig als Interim-Assistenz gewesen und hatte durch zwei eigene Vermittlungen einen Einblick in die Welt der Personalberatung bekommen. Diese Erfahrung hat mich fasziniert und neugierig gemacht.
So kam der Gedanke: Warum nicht selbst in die Personalberatung einsteigen? Das war tatsächlich eine relativ spontane Entscheidung. Für eine kurze Zeit habe ich noch überlegt, mit zwei erfolgreichen Netzwerkpartnerinnen gemeinsam zu starten, aber am Ende habe ich mich für den Weg allein entschieden. Und es sollte sich zeigen: Das war genau richtig.
Die ersten Schritte
Der Anfang war natürlich von unzähligen Fragen und Entscheidungen geprägt: Wie komme ich überhaupt an Kunden? Wie sehen die Verträge aus? Welche Preise kann ich verlangen? Antworten hatte ich zunächst keine – ich bin ins kalte Wasser gesprungen.
Und das mit Erfolg: Mein erster Kunde war ein Unternehmen, das jeder kennt, das ich aber aus Vertraulichkeitsgründen hier nicht nennen möchte. Dort suchten sie eine Assistenz, und tatsächlich hatte ich eine Kandidatin in meinem noch kleinen Pool, die perfekt passte. Das ist jetzt 19 Jahre her. Und stellen Sie sich vor: Die Dame arbeitet heute noch dort, seit einigen Jahren sehr erfolgreich in einer Führungsposition. Das hat mich natürlich enorm stolz gemacht und mir gezeigt: Ich kann das.
Trotzdem stand ich damals noch am Anfang. Und es war ein harter Weg. Ich war alleinerziehend, ohne großes Backup, und musste es allein schaffen. Das bedeutete: Netzwerk aktivieren, Vertriebstraining machen, Kaltakquise wagen. Hinterhertelefonieren, immer wieder Absagen hinnehmen. Was ich aber wusste und sich bis heute bewährt hat: Es geht darum, ins Tun zu kommen und dranzubleiben. Und genau das habe ich gemacht.
Was mich getragen hat
Was mich diese schwierigen ersten Jahre nicht einknicken ließ, war mein Durchhaltevermögen. Es klingt so banal, trotzdem ist viel Wahres dran: Ich habe nie aufgegeben, selbst wenn der Weg lang und steinig war. Meine Verantwortung für meinen Sohn war meine größte Motivation. Denn es war mir immer wichtig, ihm die besten Startmöglichkeiten ins Leben zu geben. Und wissen Sie was? Das habe ich auch geschafft.
Mein Kompass in dieser Zeit waren immer meine Werte: Verbindlichkeit, klare Kommunikation und ein ehrliches Interesse für beide Seiten. Nichts versprechen, was ich nicht halten kann. Diese Haltung hat mir Vertrauen und langfristige Beziehungen gebracht.
Die Kunst, mit einem „Nein“ umzugehen
Eine der schwierigsten Lektionen war für mich, mit Absagen umzugehen. Zum Beispiel, wenn Kunden sich für andere Dienstleister entschieden oder Anfragen unbeantwortet blieben. Richtiges Ghosting, bei dem Kandidaten und auch Auftraggeber einfach in der Versenkung verschwanden. Das war und ist unhöflich – und frustrierend. Aber ich habe gelernt: Man darf das nicht persönlich nehmen. Oft liegt es einfach am falschen Zeitpunkt. Niemals aber an mir selbst.
Heute sehe ich Absagen als Teil des Prozesses. Sie haben mir geholfen, resilienter zu werden und meinen Blick auf das Wesentliche zu richten. Ich kann nicht jeden Auftrag bekommen, aber ich kann jeden Auftrag, den ich annehme, hervorragend umsetzen.
Vom Imposter-Syndrom zur Selbstsicherheit
Früher fiel es mir oft schwer, Lob anzunehmen. Ich hatte oft das Gefühl, nicht gut genug zu sein und dass mein Erfolg einfach nur Glück war. Aber mit den Jahren und viel harter Arbeit habe ich gelernt, mein Können und meine Erfolge anzuerkennen.
Der Unterschied zu früher? Heute bestimme ich meinen Wert und meine Preise selbstbewusst. Klar kann man über Details sprechen, aber ich bin straight in meinen Konditionen, und das ist nicht nur monetär gemeint. Diese Haltung kam mit der Erfahrung und dem Wissen, dass ich auf Augenhöhe mit meinen Kunden verhandle.
Die Kraft von Kooperationen und Netzwerken
Eines der wichtigsten Dinge, die ich gelernt habe, ist die Bedeutung von Kooperationen und Austausch. Der Kontakt zu Partnern, Kolleginnen und ja, auch Mitbewerbern hat mir nicht nur Mut gemacht, sondern mich auch fachlich und menschlich bereichert. Dieses Gemeinschaftsgefühl hat mir durch schwere Zeiten geholfen, und dafür bin ich sehr dankbar.
Warum ich die Selbstständigkeit liebe
Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, wissen Sie nun: Mein Weg war mühsam, und ja, es gab Zeiten, in denen ich überlegt habe, in eine Festanstellung zurückzukehren. Aber ich habe weitergemacht, weil ich die Selbstbestimmung, Freiheit und Eigenverantwortung an meinem Job liebe. Ich genieße es, meine Zeit und meine Entscheidungen selbst in der Hand zu haben. Und das tausche ich nicht mehr ein.
Mein größter Antrieb: Menschen verbinden
Das Schönste an meinem Beruf ist, wenn ich ein Perfect Match schaffe. Zu sehen, wie bei einem Kunden und einer Kandidatin oder einem Kandidaten die Chemie stimmt und sie sich gegenseitig bereichern, motiviert mich jeden Tag. Ich bin dankbar für all die Herausforderungen, die mich zu der Personalberaterin gemacht haben, die ich heute bin.
Denn genau diese Lektionen haben mich stark gemacht – und das Wissen, dass ich immer wieder aufstehen und weitermachen kann.
Fazit
Der Weg in die Selbstständigkeit ist nicht immer einfach, aber unglaublich bereichernd. Alles, was ich als Personalberaterin lernen durfte – Durchhaltevermögen, Werteorientierung, Umgang mit Ablehnung und das Vertrauen in meine Fähigkeiten – hat mich geprägt. Und es zeigt mir jeden Tag, dass ich genau da bin, wo ich sein soll.
Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie ich als Personalberaterin arbeite? Ich freue mich auf den Austausch!